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Lesekreis

Wir lieben Bücher – Sie auch?

Schon 2012 haben wir einen Lesekreis gegründet. Dort sprechen wir über Bücher, die uns gefallen oder auch nicht gefallen haben. Unsere Absicht ist der Austausch von persönlicher Leseerfahrung und Leseerlebnissen. Es kommt nicht darauf an, ein Buch erschöpfend zu interpretieren. Vielmehr wollen wir zur persönlichen Deutung von Literatur einladen!

Termin ist immer der erste Mittwoch im Monat.

Wir haben bisher gelesen

6. November 2019: Silvie Schenk:  Schnell, dein Leben

Verlagsinformation:

Lebenserinnerung an die Nachkriegszeit.

Louise wächst in einem Alpendorf auf, geht zum Studium nach Lyon. Von einer Freundin wird sie eingeführt in das Studentenlokal “Les Deux Pianos”. Am einzigen Klavier sitzt Henri und spielt. Louise hört zum ersten Mal Jazz, ist fasziniert von Musik und Pianist. Doch mit Henris Lebensschwere und seinem Bedürfnis, sich mit der Kriegsvergangenheit, in der seine Eltern als Partisanen starben, auseinanderzusetzen, ist Louise überfordert. Sie wendet sich Johann zu, einem Deutschen, der ebenfalls zum Studium nach Lyon kam. Sie werden ein Paar, Louise folgt ihm nach Deutschland. Doch auch hier wird sie mit den Folgen von Krieg- und Nachkriegszeit konfrontiert. – “Schnell, dein Leben” ist wirklich ein schnelles Buch. Wenige Absätze erzeugen Atemlosigkeit. Ein Flug durchs Leben, das so schnell vorüber eilt. Doch auch voller Gefühle und Tiefsinn. Ungewohnt, aber sehr gelungen ist der gewählte Du-Stil. Sehr beeindruckend.

 

 

2. Oktober 2019: Judith Taschler – Die Deutschlehrerin

Verlagsinformation:

Mathildas große Liebe, Xaver, hat sie verlassen. Eines Tages, einfach so, hat er alle seine Sachen gepackt und ist grußlos verschwunden. Mathilda erleidet einen Nervenzusammenbruch und erholt sich nur langsam, da das Rätsel um Xavers Motive sie nicht loslässt.
Nach über sechzehn Jahren scheint sie nun ihren Platz im Leben gefunden zu haben: Sie ist Deutschlehrerin in einer anderen Stadt, beliebt bei ihren Schülern, sie hat Freundinnen und ein eigenes Leben. Da taucht Xaver, inzwischen gefeierter Jugendbuchautor, plötzlich wieder auf, und die beiden rekapitulieren sowohl ihre Beziehung als auch deren Ende. Die Geburt von Xavers Sohn nur wenige Monate nach der Trennung, dessen Entführung und der nicht geklärte Verbleib des Jungen wird zum Angelpunkt der Begegnung der einstmals Liebenden. Immer weiter spinnen sie ihre Vorstellungen, Ängste und Fantasien, bis am Ende keiner mehr vom anderen weiß, ob er die Wahrheit sagt: Hat Mathilda Xavers Sohn entführt? Hat Xaver mehr mit dem Versc
hwinden seines Sohnes zu tun, als er zugibt?
Ein vielschichtiger Psychothriller, raffiniert, irritierend und bis zum letzten Moment fesselnd.

 

4. September 2019: Isabelle Autissier – Herz auf Eis

Verlagsinformation:

Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht? “Herz auf Eis” wagt sich an die Frage, was mit uns und unseren Beziehungen geschieht, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.

 

7. August 2019: “Außentermin” in Elkes Garten

Mittlerweile ist es eine schöne Tradition geworden, dass wir uns im August in Elkes Garten treffen.

 

3. Juli 2019: Wolfgang Schorlau – Der große Plan

Verlagsinformation:

Die Spur des großen Geldes – Dengler deckt die Machenschaften der “Euro-Retter” auf.
Georg Dengler droht an seinem bisher größten Fall, dem neunten in Wolfgang Schorlaus Bestseller-Krimiserie, zu scheitern: Wer hat die EU-Beamtin Anna Hartmann entführt? Was hatte sie mit der sogenannten Griechenlandrettung zu tun? Und vor allem: Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet?
Endlich, die mageren Jahre sind vorbei! So jedenfalls scheint es dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler. Zum ersten Mal ergattert er einen wirklich gut bezahlten Auftrag: Das Berliner Auswärtige Amt will, dass er nach der Mitarbeiterin Anna Hartmann sucht. Ein Handyvideo legt nahe, dass sie entführt wurde. Mithilfe seiner technisch versierten Freundin Olga gelingt es Dengler, vier verdächtige Männer zu identifizieren. Bevor er sie befragen kann, werden sie allesamt ermordet. Gibt es einen Verräter im Auswärtigen Amt? Oder gibt Denglers neue Mitarbeiterin Petra Wolff Informationen an
die Killer weiter? Denglers Ermittlungen enden in einer Sackgasse.
Die Entführte war als Beamtin an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland die Bedingungen der Eurogruppe diktiert hat. Liegt hier der Schlüssel für den Fall? Dengler nimmt einen neuen Anlauf und stößt auf das größte Geheimnis der sogenannten Griechenlandrettung: Auf welchen Konten sind die vielen Milliarden europäischer Steuergelder letztlich gelandet? Als Dengler die Namen der Personen und Institutionen ermittelt, die diese gewaltigen Summen kassiert haben, gerät er selbst ins Visier …

 

5. Juni 2019: Dorothy Baker – Zwei Schwestern

Klappentext:

“Ein wirklicher Fund.” Ulrich Greiner in ‘Die Zeit’
Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor allem eines im Sinn: die Vermählung zu verhindern. Was will ihre hochmusikalische Schwester mit irgendeinem durchschnittlichen, jungen Arzt? Kompromisse und Mittelmaß sind ihr ein Gräuel, und sich selbst treu zu bleiben, ist in ihrer Familie oberstes Gebot. Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Beiden steht eine existenzielle Herausforderung bevor.

Ein hochintelligenter, witziger und zeitloser Roman über Bindung, die Spielarten von Erotik und unsere Suche nach der großen, erfüllenden Liebe, jener Seelenverwandtschaft, die von unserer Einsamkeit eine Brücke zum anderen schlägt.

 

8. Mai 2019: Carl Nixon – Settlers Creek

Klappentext:

Mein Land, mein Haus, mein Kind, meine Leiche.

Die Finanzkrise reißt dem erfolgreichen Unternehmer Box Saxton aus Christchurch den Boden unter den Füßen weg: Seine Familie muss umziehen, die Kinder können nicht mehr auf die teure Privatschule gehen. In dieser Situation erhängt sich der 19jährige Sohn Mark. Bei der Beisetzung am Familiengrab taucht plötzlich Marks leiblicher Vater, Tipene, auf. Tipene ist Maori und hat Marks Mutter kurz nach der Geburt verlassen. Doch nun beansprucht er den Leichnam seines Sohnes, den er nie kennengelernt hat, um ihn nach Maori-Tradition zu bestatten. Als die Familie sich weigert, stiehlt Tipene die Leiche des Jungen. In seinem alten Pickup macht sich Box getrieben von Wut und Trauer auf, seinen Sohn zurückzuholen.

 

3. April 2019: Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Klappentext:

Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft.

Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

6. März 2019: Takis Würger – Der Club

Klappentext:

Hans Stichler stammt aus einfachen Verhältnissen. Er bekommt ein Stipendium für die Universität in Cambridge – als Gegenleistung soll er dort ein Verbrechen aufklären. Er schafft es, Mitglied im elitären Pitt Club zu werden – dem Club mit dem Schmetterlingssiegel -, und verliebt sich in Charlotte, die ihn in die Bräuche der Snobs einweiht. Bald merkt er, dass hinter den alten Mauern der britischen Oberschicht Geheimnisse lauern, über die keiner spricht. Was ist Hans bereit zu geben, um dazuzugehören? Muss er das Falsche tun, um das Richtige zu erreichen?.

2. Januar 2019: Amos Oz – Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Klappentext:

Die Geschichte des Jungen Amos, der im Jerusalem der vierziger Jahre aufwächs. Eine große Familien-Saga, ein Epos vom Leben und Überleben, ein Buch der Enttäuschungen und der Hoffnung.

12. Dezember 2018: Weihnachtsfeier

Jahresabschluss im “Roten Hirsch”

 

07. November 2018: Imbola Mbue – Das geträumte Land

Klappentext:

Die große neue Stimme aus den USA
Imbolo Mbues hochgelobtes Debüt erzählt die unvergessliche Geschichte zweier Familien unterschiedlicher Herkunft, die in New York kurz vor der Bankenkrise aufeinandertreffen. Die Lehman-Brothers-Pleite bringt nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Wertesystem gehörig durcheinander.
Jende Jonga hat es endlich geschafft, seine Frau und seinen kleinen Sohn aus Kamerun nach Amerika zu holen. Das Glück scheint komplett, als Jende den Job als Chauffeur von Clark Edwards, einem Manager der Lehmann Brothers Bank, ergattert. Und Mrs Edwards engagiert Jendes Frau sogar als Haus- und Kindermädchen in ihrem Sommerhaus in den Hamptons. Die beiden Familien könnten unterschiedlicher nicht sein und wollen doch dasselbe: ihren Kindern eine gute Zukunft bieten. Allerdings ist das Leben der Bankerfamilie längst nicht so perfekt und glamourös, wie es zunächst scheint. Als Lehman Brothers pleitegeht, ist die Fassade nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Die Jongas versuchen v
erzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt und Jende sieht sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen.
Ein hochaktueller, brillant geschriebener Roman über Familie, Immigration, Heimat und Gesellschaft, der uns alle angeht.

10. Oktober 2018: Julian Barnes – Vom Ende einer Geschichte

Klappentext:

Als Finn Adrian in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Sex und Bücher sind die Hauptthemen, mit denen sie sich befassen, und Tony hat das Gefühl, dass Adrian in allem etwas klüger ist als er. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet.Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts, verbunden mit einer Erbschaft, erweckt plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biographie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft.

5. September 2018: Strout Elizabeth – Mit Blick auf’s Meer

Klappentext:

In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Doch sieht man genauer hin, ist jeder Mensch eine Geschichte und Crosby die ganze Welt. Und Olive Kitteridge, eine pensionierte Mathelehrerin, sieht sehr genau hin. Sie kann stur und boshaft sein, dann wieder witzig, manchmal sogar eine Seele von Mensch. Auf jeden Fall kommt in Crosby keiner an ihr vorbei … Mit liebevoller Ironie und feinem Gespür für Zwischenmenschliches fügt die amerikanische Bestsellerautorin die Geschichten um Olive und Crosby zu einem unvergesslichen Roman.

1. August 2018: Außentermin in Elkes Garten 🙂

4. Juli 2018: Suter Martin – Montecristo

Klappentext:

Eigentlich möchte Jonas Brand nur sein Filmprojekt »Montecristo« verwirklichen. Doch dann gerät der Journalist immer tiefer in eine Sache, die größer ist als jeder Blockbuster – mit immensen Folgen für unser Finanzsystem.

6. Juni 2018: Ian McEwan – Kindeswohl

Klappentext:

Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls – das ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye. In ihrer eigenen, kinderlosen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Bis zu dem Tag, als ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag unterbreitet und ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt wird, in dem es für einen 17-jährigen Jungen um Leben und Tod geht.

2. Mai 2018: Margret Adwood – Der Report der Magd

Klappentext:

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben … Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.

4. April 2018: Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel

Klappentext:

Zwei Frauen, die die Welt verändern

Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …

7. März 2018: Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Klappentext:

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.
Ein Leben mehr ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

7. Februar 2018: Juli Zeh – Unterleuten

Klappentext:

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

 

3. Januar 2018: Karin Kalisa, Sungs Laden

Da wir im November, dem eigentlichen Termin für dieses Buch, keinen Raum zur Verfügung hatten, werden wir dieses Buch nun im Januar besprechen.

Klappentext: zum Buch

Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit
Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt. Und siehe da: Gute Laune ist auch in Berlin möglich! Eine Utopie, natürlich. Aber eine hochgradig ansteckende.

4. Oktober 2017: Stefanie Gregg, Duft nach weiss

Klappentext:

Bulgarien 1987: Die 17-jährige Anelija will fort – raus aus den Zwängen. Auf der Ladefläche eines Lastwagens macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland – das Land, von dem sie sich Freiheit und Unabhängigkeit verspricht. Und das Land, in das ihre Mutter ging, als Anelija fünf Jahre alt war …
10 Jahre zuvor floh der Schriftsteller Georgi Markow aus Sofia nach London. Seine Bücher sind in Bulgarien verboten und seine öffentliche Kritik des Regimes aus dem Exil wird für ihn immer gefährlicher. Markow soll für immer zum Schweigen gebracht werden.
Einfühlsam verknüpft Stefanie Gregg die Geschichten des Mädchens Anelija, aufgewachsen bei ihrer Großmutter in einem kleinen Dorf und die des Schriftstellers Georgi Markow, der 1978 Opfer des spektakulären Regenschirm-Attentats in London wurde.

6. September 2017: Michel Houellebecq, Unterwerfung

Klappentext:

Es ist vielleicht der umstrittenste Roman des letzten Jahres: ‘Unterwerfung’ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet.

Er erzählt in ‘Unterwerfung’ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürge
rkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.

5. Juli 2017: Dörte Hansen, Altes Land

Klappentext:

Das “Polackenkind” ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine andere liebt.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

7. Juni 2017: Mitch Albom, Dienstags bei Morrie

Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und zu verstehen.

10. Mai 2017: Inge und Walter Lens, Frau Thomas Mann

Frau Thomas Mann – Wer war Katharina Pringsheim

Inge und Walter Jens schildern das Leben einer ungewöhnlichen Frau und geben zugleich überraschende Einblicke in das Leben der Familie Mann.

5. April 2017: Rafik Schami, Erzähler der Nacht

Kutscher Salim, der beste Geschichtenerzähler von Damaskus, verstummt plötzlich. Nur sieben besondere Gaben können ihn erlösen. Seine Freunde finden allmählich heraus, welche Gaben gemeint sein könnten – die schönsten, die es gibt: Geschichten!
In unnachahmlicher poetischer Weise werden hier Märchen und Wirklichkeit miteinander verquickt.

8. März 2017: J.D. Salinger, der Fänger im Roggen

In der neuen Übersetzung von Eike Schönfeld – augezeichnet mit dem Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung 2004
Holden Caulfield ist eine Kultfigur der amerikanischen Literatur. Er ist sechzehn Jahre alt und irrt durch New York, traurig, krank, verwirrt. Generationen von Lesern haben sich in ihm wiedererkannt, in seinen Träumen und Hoffnungen, in seinen Ängsten und Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Nun spricht er mit einer neuen deutschen Stimme – frech und witzig, traurig und provozierend, ehrlich.
1954 erschien im Züricher Diana Verlag der von Irene Mühlon übersetzte Roman Der Mann im Roggen von J. D. Salinger. Ein Schweizer Kritiker entdeckte, dass der Text verfälscht war; “unanständige” Stellen waren getilgt, Flüche verkürzt, durch Auslassungspünktchen ersetzt oder weggelassen. Man befand sich in den 50er Jahren … Der Diana Verlag verlor die Rechte, die Kiepenheuer & Witsch 1960 erwarb. Heinrich Böll überarbeitete und ergänzte die Schweizer Übersetzung. Unter dem Titel Der Fänger im Roggen, der sich auf ein Gedicht von Robert Burns bezieht, erschien 1962 die deutsche Ausgabe. Es begann der unglaubliche Erfolg dieses Romans – 60.000 Exemplare im Hardcover und im KiWi-Paperback, weit über 1 Million im Taschenbuch bei Rowohlt. Die Übersetzung Eike Schönfelds zeigt die stilistischen Qualitäten des Romans in neuem Glanz, die raffinierte Sprache, die Kaskaden der Flüche, hinter denen Holden seine Verletzlichkeit verbirgt. Es ist, als lese man ein neues Buch – geschrieben für junge Leser von heute.

1. Februar 2017: Lee Harper, Wer die Nachtigall stört

medienprofile-Rezension


Ein schwerer Fall von Rassendiskriminierung, durch Kinderaugen gesehen, wird zu einem Lehrstück für Toleranz und Mitmenschlichkeit.

In der kleinen Stadt Maycomb, tief im Süden der USA, wachsen die Geschwister Jean Louise “Scout” und Jeremy “Jem” bei ihrem Vater Atticus Finch auf. Der Anwalt hat spät geheiratet und seine Frau früh verloren, weswegen er zu alt ist, um mit seinem Sohn Fußball zu spielen. Statt Kinderbücher liest er ihnen Gesetzestexte und Zeitungsartikel vor und behandelt sie wie ebenbürtige Erwachsene. Die farbige Haushälterin Calpurnia ist für das leibliche Wohl und das Erlernen von Benimmregeln zuständig. Die idyllische und liebevolle Kindheit endet, als Atticus die Verteidigung eines schwarzen Jungen übernimmt, der der Vergewaltigung eines weißen Mädchens angeklagt ist. Fortan sieht sich die Familie der vollen Wucht des irrationalen Rassenhasses der weißen Bevölkerung von Maycomb gegenüber, und Atticus muss seinen Kindern den Wert von Toleranz und Vorurteilsfreiheit vermitteln, was ihm auf eindrucksvolle Weise gelingt. – Die Übersetzung des über 50 Jahre alten Klassikers wurde anlässlich des sensationellen Fundes eines weiteren Harper-Lee-Manuskriptes (s.o.) vorsichtig renoviert und steht nun als ansprechende Hardcover-Ausgabe zur (Neu-)Anschaffung zur Verfügung. Aktueller denn je und unverzichtbar für jede Bücherei. (Übers.: Claire Malignon)

Susanne Steufmehl

2. November 2016: Erich Kästner; Fabian die Geschichte eines Moralisten

Eine brillante und provokante Großstadtsatire im Berlin der frühen 30er Jahre.”Satirischer Roman von Erich Kästner, erschienen 1931. – Das Werk gilt als eine der brillantesten Satiren auf deutsche, insbesondere Berliner Zustände am Ende der zwanziger Jahre und während der großen Wirtschaftskrise um 1930. Titelheld ist der zweiunddreißigjährige Germanist Dr. Jakob Fabian, bisher Adressenschreiber, nun Reklametexter für eine Zigarettenfirma, ein “zarter Ironiker”, der “auf den Sieg der Anständigkeit wartet”, nicht gerade lebenstüchtig ist und von den Menschen immer wieder übervorteilt wird.” (Aus: Kindlers neues Literaturlexikon)

8. Oktober 2016: Fiona McFarlane, Nachts, wenn der Tiger kommt

medienprofile-Rezension


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Als eine neue Pflegerin ins Haus kommt, verliert die alte Ruth immer mehr ihre Autonomie und zunehmend auch den Bezug zur Realität.

Die alte Ruth lebt nach dem Tod ihres Mannes in einem Häuschen am Strand. Versunken in ihre Gedanken und gefangen in harmlosen Zwangsvorstellungen lebt sie von einem Tag zum nächsten. Dennoch kann ihr alltägliches Leben noch gut allein organisieren. Nur manchmal hat sie Zustände leichter geistiger Verwirrung, die ihre beiden weit weg wohnenden Söhne etwas beunruhigen. Eines Tages kommt Frida ins Haus, nach eigenem Bekunden von der staatlichen Fürsorge geschickt. Fortan sorgt Frida stundenweise für Ruths Wohlergehen und Gesundheit. Zunehmend und fast unmerklich dehnt Frida ihre Kompetenzen aus, agiert mehr und mehr mit verdeckter Autorität, und die Fürsorglichkeit erreicht zeitweise einen Punkt, da sie von Despotismus kaum noch zu unterscheiden ist. Ruth erlebt diese Macht durchaus als Bedrohung, aber ihre Unsicherheit lässt ihre Versuche scheitern, sich gegen Fridas Zudringlichkeit zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig nehmen die Zustände der Verwirrung zu. – Der Tiger, der erst nur nachts kommt, aber dann auch am Tage eine Rolle spielt, ist als Allegorie zu verstehen für die geistige Umnachtung, die Besitz von Ruth ergreift. Meisterlich beschrieben ist der Wechsel und die Verquickung von Realem und Irrealem, was so typisch ist für Altersverwirrtheit, und was die Einschätzung der Situation der betroffenen Menschen so schwierig macht. Am Ende kann der Leser selbst nicht mehr unterscheiden, was Ruth wirklich erlebt und was nicht. Frida erlangt zunehmend Macht über Ruths Leben und der Leser ahnt, dass die Beweggründe hinter Fridas Fürsorge eher unlauter sind. Sehr geschickt baut sich die Spannung langsam auf und erreicht am Ende hitchcockartig beklemmende Züge. (Übers.: Brigitte Walitzek)

7. September 2016: Dave Eggers, Der Circle

Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim “Circle”, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der “weisen drei Männer”, die den Konzern leiten – wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles.

 

2016

Juli Walter Wüllenweber:  Die Asozialen
Juni Roman Schafnitzel: Am 7. Tag erschuf Gott die Vergänglichkeit
Mai Jeanette Walls: Die andere Seite des Himmels
April  Chimamanda Ngozi Adichies: Blauer Hibiskus
März Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt
Febr. Max Frisch: Homo Faber
Jan. Fabio Geda: Im Meer schwimmen keine Krokodile

2015

Dez.  ausgefallen
Nov. Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove
Okt. Klaus Kleber: Spielball Erde
Sept. Jonathan Franzen: Korrekturen
Juli Thomas Morus: Utopia
Juni Jan-Philipp Sendker: Das Herzenhören
Mai Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage
April Ulla Hahn: Unscharfe Bilder
März Jose Mauro de Vasconcelos: Mein kleiner Orangenbaum
Februar Matthias Willenbacher: Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin
Januar Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter

2014

Dez. Jonathan Coe: Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
Nov. Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Okt. Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen
Sept. Maxim Leo: Haltet euer Herz bereit
Juli Markus Werner: Am Hang
Juni Daniel Kehlmann:Die Vermessung der Welt, Munro: Gesicht
Mai Velma Wallis: Zwei alte Frauen, Munro: Freie Radikale
April Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch Amerika
Munro: Tieflöcher
März Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
Munro: Der Grat von Wenlock
Februar Doris Knecht: Gruber geht, Munro: Erzählungen
Januar Alice Munro: Zu viel Glück, M. Murcia: Accabadora

2013

Dez. Herrndorf: Tschick
Nov. Markus Zusak: Die Bücherdiebin
Okt. Joachim Zelter: Untertan
Sept. Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine
August Susan Abulhawa: Während die Welt schlief
Juni Dai Sijie: Balzac und die chinesische Schneiderin
Mai Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
April Andrew Brown: Würde
März Toni Morrison: Menschenkind
Februar William Paul Young: DieHütte
Januar Javier Sebastián: Der Radfahrer von Tschernobyl

2012

Dez. Janette Walls: Schloss aus Glas
Nov. Shilpi Gowda: Die geheime Tochter
Okt.. Thomas Mann: Mario und der Zauberer
Sept. Francesca Melantri: Eva schläft
Juli Charles Dickens: David Copperfield
Juni Hermann Koch: Angerichtet
Mai Noel Chatelet: Die letzte Lektion
April Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang
März Marlen Haushofer: Die Wand