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Das letzte Kind

von John Hart

Datum:

26. Dezember 2020

Ulrich Müller

Nachdem ich bei dem letzten Lesetipp über das „Autorenduo“ Lars Keppler berichtete, die Spezialisten für die sogenannten Schwedenkrimis sind, in denen psychopatische Serienmörder ihr Unwesen treiben und in denen eigentlich immer klar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind, habe ich jetzt mit John Hart einen Autor gefunden, in dessen Werken das nicht immer so klar ist.

In „Das letzte Kind“ und „Das eiserne Haus“ agieren keine strahlenden Helden, eher einsame und verzweifelte Wölfe, die trotz aller Fehler positiv und sympathisch rüberkommen, stehen hierbei im Mittelpunkt des Geschehens.

John Hart ist ein amerikanischer Autor, der zuvor als Rechtanwalt und Aktienbroker gearbeitet hat, bevor er anfing Thriller zu schreiben. Heute lebt er in North Carolina und Virginia und schreibt „full-time“.

Im Mittelpunkt des „letzten Kindes“ steht der 13-jährige Johnny. Vor einem Jahr verschwand seine ihm total ähnlich sehende Zwillingsschwester Alyssa spurlos; kurz darauf verlässt sein Vater die Familie.
Dadurch hat sich das Leben total verändert. Seine Mutter kann den Verlust nicht ertragen, ohne sich durch Drogen und Alkohol zu betäuben, und dabei vergisst sie, sich um Johnny zu kümmern. Sie flüchtet sich in eine Beziehung zu einem gewalttätigen Mann.
Doch Johnny hat die Mission, um jeden Preis seine Schwester zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, stürzt er sich in unbedachte Abenteuer. Er beschattet freigelassene Sexualstraftäter und ist damit erfolgreicher als Detective Hunt, der ebenfalls vom Verschwinden der Zwillingsschwester stark betroffen ist. Es werden entsetzliche Verbrechen aufgedeckt und am Schluss erfüllt sich die Freundschaft zwischen Johnny und dem „letzten Kind“.

Beide Werke (Das letzte Kind & Das eiserne Haus) sind sehr spannend geschrieben und es ist schon faszinierend, wie zum Teil brutale Charaktere mit so viel Sympathie gezeichnet werden, wie John Hart es hier tut. Finstere Welten, jedoch nicht ohne Lichtstrahlen; knallharte Gestalten, jedoch nicht ohne einen guten Kern; actionreichen Geschichten, jedoch mit positiven Ende.

Nach den Schwedenkrimis fand ich bei John Hart eine wunderbare Abwechslung und kann Ihnen die Werke nur wärmstens ans Herz legen.

Kommen Sie in die Bücherei und greifen Sie nach John Hart.